Eröffnung 17.08.2011

Mein Atelier „Im Alten Kelterhaus“ und Galerie in Hainfeld/Pfalz habe ich am 17. August 2011 eröffnet.

Seitdem habe ich jedes Jahr von August bis Oktober eine Ausstellung mit meinen neuen
Aquarellen, die auf meinen Malreisen entstanden sind.

Hier die

Laudatio von Jürgen Meyer-Andreaus (Künstler und Mallehrer) anläßlich der 1. Vernissage im Atelier „Im Alten Kelterhaus“ in Hainfeld/Pfalz (Auszug) am Freitag, 17. Aug. 2011:

„Marika Fünffinger, deren Aquarelle wir heute an der Wand sehen, ist mir vor 8 Jahren zum ersten Mal begegnet, als ich einen meiner Aquarellkurse im Hamburger Hafen veranstaltete.
Angesagt war bei diesem Kurs nicht, ein Kätzchen auf dem Sofa zu malen, sondern handfeste technische Motive mit Kränen und Trockendocks wie sie in großen Häfen vorkommen und bei denen Malerinnen eher selten vorkommen.
Meistens melden sich männliche Kursteilteilnehmer, wenn technische Motive im Vordergrund stehen, und so war ich nicht wenig erstaunt, eine aparte junge Frau in meiner Malerriege anzutreffen.

Wie sich dann ganz schnell herausstellte, war Marika Fünffinger damals nicht irgendeine Malschülerin, sondern sie war unübersehbar die Beste in der Gruppe!
Deshalb brauchte ich auch nicht lange zu überlegen, als mich Marika vor einigen Monaten in München anrief und fragte, ob ich bei ihrer heutigen Vernissage einige Worte zur Einführung sprechen würde.
Keine Sorge! Es wird keine lange kunstgeschichtliche Abhandlung geben. In etwa sieben Minuten ist alles gesagt!

Marika Fünffinger malt nicht alles „querbeet“, sondern mit Vorliebe Architektur und städtebauliche Elemente, wie Sie alle selbst nach einem kurzen Rundgang feststellen können.
Marika bringt die Architektur auf ihre ganz persönliche Art aufs Papier, keine reine Dokumentation, sondern die Impression von dem, was sie vor sich sieht.
Diese Impression, bringt sie in harmonischen Farben aufs Papier, wobei sie sich nicht selten auf 2-3 Farben beschränkt. Deshalb sind ihre Aquarelle auch nicht bunt, sondern farbig, was ein großer Unterschied ist.
Dabei kommt ein weiterer Begriff ins Spiel: Die PERSPEKTIVE – ist nicht wegzudenken. Perspektive ist die angewandte Mathematik der Linie mit klaren Gesetzmässigkeiten wie Fluchtpunkt, Fluchtlinie und Horizont.
Keine Architektur ohne Perspektive und das, worüber die meisten Malschüler stolpern, das hat Marika Fünffinger inzwischen im Blut.
Sie braucht nicht mehr in Lehrbüchern nachzuschauen, ob eine Fluchtlinie ansteigt oder abfällt und das hebt sie weit über viele Aquarellmaler hinaus.
Marika Fünffinger ist ein perspektivisches Naturtalent, das kann ich ihr als Architekt guten Gewissens bestätigen.
Sie beherrscht die Perspektive nicht nur, sondern sie spielt häufig auch mit ihr. Da lässt sie hier und da wohldosiert, die bekannten Regeln auch schon mal links liegen:
Eine senkrechte Gebäudeecke wird dann nicht senkrecht gemalt, sondern sie kippt leicht nach rechts oder links.
Das ist ein klitzekleiner Fehler, der aber bewußt gesetzt ist – er wirkt wie ein Hingucker!
Genauso wie der bewußt aufgesetzte Schönheitsfleck in dem ebenmäßigen Gesicht einer schönen Frau nicht stört. Was aber noch wichtiger ist: man schaut genau hin!
Marika Fünffinger hat diese Vorgehensweise of genug durchexerziert, sie beherrscht sie inzwischen ganz souverän.
……
Meine Damen und Herren, bevor ich schliesse, lassen Sie mich noch eine kurze Schlußbemerkung anfügen:
Nach meiner persönlichen Einschätzung hat Marika Fünffinger ihre malerischen Fähigkeiten und Ausdrucksmittel mit Siebenmeilenstiefeln absolviert. Sie hat durch ununterbrochenes, beharrliches und zielstrebiges Üben ein beachtliches Niveau erreicht, das noch manches erwarten läßt.
…..“