Seit über 14 Jahren bin ich freiberuflich als Aquarellmalerin und Dozentin tätig.
Geboren und aufgewachsen bin ich in Hainfeld/Pfalz im elterlichen Weingut inmitten von Reben und unserer herrlichen Landschaft an der Südlichen Weinstraße.
Vielleicht hat mich nicht nur mein malender Großvater sondern auch diese Rebenlandschaft inspiriert…
Vor über 25 Jahren entdeckte ich das Aquarell und seitdem hat mich diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen.
Malen und kreativ zu sein, ist für mich eines der größten und wunderbarsten Geheimnisse des Lebens. Ein Glückszustand während des schöpferischen Prozeß, ein Über-sich-Hinauswachsen.
Jeder, der dieses Gefühl erlebt hat, wird süchtig danach, es wieder zu erleben. Diese Fähigkeit ist einmal größer oder leichter… und manchmal ist jeder Kraftaufwand umsonst.
Diese Phasen muss man durchstehen und immer weiter streben, sein Werk mit Eifer und Mühe derart zu gestalten, als ob es so wirkt als sei es quasi von selbst entstanden, ohne das Zutun des Künstlers.
Malen ist für mich ein emotionaler Prozess, bei dem es nicht nur um die Darstellung bzw. reale Wiedergabe des Motivs geht, sondern auch um die Gefühle, die man während des Malprozesses erlebt.
Ich glaube, dass sich die Atmosphäre, die Stimmung, die ich in diesem Moment erlebe, im Bild manifestiert und es ein „Dokument“ meiner Gedanken und meiner Umgebung wird.
Atelier im Alten Kelterhaus
In 2011 habe ich mein Atelier im Alten Kelterhaus in Hainfeld eröffnet. Das ehemalige Kelterhaus des Weinguts meiner Eltern habe ich umgestaltet zum Atelier und Galerie. Hier findet jährlich, immer am 3. Wochenende im August, meine Ausstellung statt.
Häufig habe ich Gastkünstler mit dabei. Über 180 qm stehen zur Verfügung für diesen Anlass; zusätzlich gibt es kleine Events im Rahmen der Hainfelder Kunstmeile und meiner Ausstellung sowie Lesungen, Vorträge usw.
Schauen Sie immer mal wieder rein in meinen Kalender.
Eine große Begeisterung und ein tiefer innerer Drang treibt mich zum Malen. Mit Leib und Seele sich dem Material Farbe widmen, sich von ihm leiten lassen und den Zufall lenken. Kreativität ist der Treibstoff des Malprozesses, eine geistige Intensität. Einem weißen Blatt Papier eigenes Leben zu geben ist für mich ein magisches Erlebnis und immer wieder eine neue Herausforderung.
Ich bin dankbar, die Malerei gefunden zu haben.
Am liebsten arbeite ich im Freien direkt vor dem Motiv, denn nur so kann ich die Atmosphäre aufnehmen, mich durch die Stimmung am Ort leiten lassen und somit in den kreativen Prozess eintauchen. Nach dem Motiv malen, heißt für mich nicht, das Gegenständliche zu kopieren, sondern meine Empfindungen zu realisieren. Ich nehme einen Ort nicht nur mit den Augen wahr, sondern erlebe ihn mit allen Sinnen. Menschen bewegen sich durch die Szene, Licht verändert sich von Minute zu Minute, Schatten wandern über Häuser und Landschaften, und manchmal sind es ganz unscheinbare Dinge, die meine Wahrnehmung eines Ortes prägen.
Besonders das Licht beeinflusst meine Malerei. Ein Motiv kann innerhalb weniger Minuten völlig anders wirken, wenn die Sonne hinter einer Wolke verschwindet oder plötzlich eine Hauswand zum Leuchten bringt. Diese Veränderungen lassen sich nicht immer genau festhalten – und vielleicht ist gerade das der Reiz. Ich muss entscheiden: Was ist in diesem Augenblick wirklich wichtig? Was möchte ich bewahren?
Ausdrucksmittel in der Malerei ist für mich die Farbe. Sie ist mehr als nur reines Material. Sie kann eine Räumlichkeit bestimmen, nach vorne drängen oder in den Hintergrund rücken. Durch Wasser werden die Farben erst zum Leben erweckt, es entstehen Wasserränder, phantasievolle Formen, Unvorhergesehenes, Farbkombinationen passieren.
Dieses „Passieren“ gilt es sich zunutze zu machen und daraus etwas Neues entstehen zu lassen. Ich versuche aber dennoch die Ausbreitung der Farben nicht dem Zufall zu überlassen, sondern bewusst zu steuern. Es ist ein Vorgang, stetiger, neuer Überraschungen, denn am Beginn des Malens weiß ich keineswegs, was am Ende herauskommen wird. Ein gutes Aquarell entsteht aus dem gelungenen Zusammenspiel von Zufall und Willen.
Im Laufe des Malprozesses gelingt es mir immer besser, loszulassen und mich von den Impulsen der Farben und Formen treiben zu lassen. Denken und Handeln verschmilzen, Bauch und Kopf, Intuition und Geist verbinden sich.
„…..das ist der glückliche Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins…..“
Zitat von Paul Klee nach seiner Tunisreise
Bei jedem, anders als nach der Vorstellung aufgetragenen Pinselstrich, muss man sehen, wie man diesen Ansatz in die fortschreitende Komposition einbringt. Zwar braucht man nur Wasser, Farben , einen geschmeidigen Pinsel und das entsprechende Papier – und doch gehört der Umgang mit den lasierenden, verfließenden Aquarellfarben zum Schwierigsten in der Malerei, auch weil eine Korrektur kaum möglich ist. Die Leichtigkeit des Aquarells darf nicht darüber hinweg täuschen, welch hohe Konzentration erforderlich ist und welch immer wiederkehrender Kampf es auslöst. Es lässt kein Zögern zu, sondern erfordert den sicheren Entschluss des spontanen Auftrages.
Oft ist es ein langwieriger Prozess des Malens, Abwaschens, Verwischens, trocknen Lassens und wieder Übermalens um die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Dazu benötige ich Abstand – sowohl zeitlich als auch räumlich – zum Bild. Manchmal dauert es Tage oder sogar Wochen bis ich mit neuer Energie heran gehe.
Die Leichtigkeit und Leuchtkraft des Aquarells üben einen Zauber auf mich aus, der mich bei jedem neuen Arbeitsprozess fasziniert – das Aquarell wird stets eine Herausforderung für mich bleiben.
Ein gelungenes Bild entsteht dann, wenn es so wirkt, als sei es quasi von selbst entstanden, ohne das Zutun des Künstlers, ganz aus dem Gefühl heraus.
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